Erhöhte Rifabutinkonzentrationen – Toxizitätsrisiko

Number: 13107 Level: 13

In einer Studie mit 22 gesunden Probanden wurden die Plasmakonzentrationen von Rifabutin allein (300 mg/d) mit Rifabutin (150 mg/jeden zweiten Tag) in Kombination mit Fosamprenavir plus Ritonavir (700/100 mg/2x täglich) verglichen. Im Vergleich zu Rifabutin allein stieg die AUC des aktiven Metaboliten von Rifabutin, 25-O-Desacetyl-Rifabutin, bei Gabe von Rifabutin plus Fosamprenavir/Ritonavir um das 11-fache, Cmax stieg um das 6-fache. Die AUC von Amprenavir stieg um 35%. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine Rifabutin-Toxizität.

Interaction Level 13
13
Level

Interaction Details

Group 1
J05AE07
Group 2
J04AB04
Level Description
Kombination meiden
Mechanism
Amprenavir, welches aus dem Prodrug Fosamprenavir freigesetzt wird, ist ein starker Inhibitor von CYP3A4 über welches Rifabutin metabolisiert wird. Dadurch kommt es zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen von Rifabutin und seines aktiven Metaboliten 25-O-Desacetylrifabutin.
Recommended Measures
Kann eine Kombination nicht vermieden werden, wird bei der Kombination von Rifabutin und Fosamprenavir geboostet mit Ritonavir eine Dosisreduktion von Rifabutin um mind. 75% (auf 150mg jeden 2. Tag) empfohlen (Fachinformation Fosamprenavir). Das US-amerikanische Centers for Disease Control and Prevention empfiehlt eine Dosis von Rifabutin 150 mg/d oder 300 mg/3x pro Woche in der Kombination mit Fosamprenavir (ohne Ritonavir). In der Kombination Fosamprenavir geboostet mit Ritonavir wird, wie auch in der Fachinformation, eine Dosisreduktion von Rifabutin auf 150mg jeden 2. Tag oder 150mg 3x/Woche empfohlen. Zudem sollten die Serumkonzentrationen von Rifabutin monitorisiert und der Patient auf Rifabutin-Toxizität (Arthralgien, Leukopenie, Uveitis) überwacht werden.
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