Additive serotonerge Effekte

Nummer: 12968 Stufe: 14

Die Kombination von Sertralin und MAO-Hemmern ist gemäss Schweizer Fachinformation (Zoloft®) kontraindiziert, der Hersteller von Rasagilin (Azilect®) rät hingegen zur Vorsicht bei der Anwendung mit Antidepressiva, einschliesslich Sertralin. Im Rahmen des klinischen Rasagilin-Programms, in dem 141 Patienten gleichzeitig Rasagilin und SSRI/SNRI erhielten, traten keine Fälle eines Serotonin-Syndroms auf. Sertralin wurde in Dosen von ≤100 mg/Tag eingesetzt. Im Rahmen der Postmarketingüberwachung wurden jedoch Fälle von Serotoninsyndrom unter Antidepressiva/Rasagilin berichtet. Bei der gleichzeitigen Anwendung kann es prinzipiell zu einem erhöhten Risiko für serotonerge Nebenwirkungen bis hin zum Serotoninsyndrom kommen. Unter der Kombination wurden schwere, in einem Fall auch fatale Reaktionen beschrieben, wobei bei letzterem zusätzlich Amantadin verabreicht wurde, welches ebenfalls serotonerges Potential hat. Symptome umfassen eine Trias aus mentalen, autonomen und neuromuskulären Störungen (z.B. Hypertension, Tachykardie, Hyperthermie, Myoclonus, Veränderungen im Mentalstatus).

Interaktion Stufe 14
14
Stufe

Details der Interaktion

Gruppe 1
N04BD02
Gruppe 2
N06AB06
Beschreibung der Stufe
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Mechanismus
Sertralin ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Rasagilin ist ein selektiver MAO-B-Hemmer, in hohen Dosierungen kann jedoch die MAO-Selektivität verloren gehen. Prinzipiell sind deshalb additive serotonerge Effekte möglich.
Empfohlene Massnahmen
Bei gleichzeitiger Gabe von Sertralin und Rasagilin sollten vorzugsweise niedrige Dosierungen beider Substanzen gewählt werden (nicht mehr als 50 mg/d Sertralin). Auf Anzeichen einer verstärkten serotonergen Toxizität muss sorgfältig geachtet werden. Die Kombination mit weiteren Medikamenten mit serotonergen Effekten ist zu vermeiden.
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